Aus den Gemeindenachrichten der Stadtgemeinde Zwettl:

Nachgedanken zum Hochwassereinsatz 

Im Bereich des Bezirksfeuerwehrkommandos Zwettl haben wir uns bemüht, den Hochwassereinsatz im nachhinein möglichst genau zu analysieren. Grundsätzlich mussten wir feststellen, dass die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren des Gemeindegebietes Zwettl in Ordnung ist und dass die Bemühungen der letzten Jahre gut und sinnvoll waren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Hochwasser- und Katastropheneinsätze natürlich mit besonderen Anforderungen verbunden sind.

So hat sich gezeigt, dass der Bestand an Elektrotauchpumpen in verschiedenen Leistungsklassen nach wie vor zu gering ist, insbesondere bei der Stadtfeuerwehr Zwettl. Auch Stromerzeuger müssen in den nächsten Jahren bei einigen Feuerwehren unbedingt zusätzlich beschafft werden. Ebenso hat sich gezeigt, dass bei den meisten Feuerwehren zu wenige Handfunkgeräte vorhanden sind. Der Kontakt zwischen den arbeitenden Einsatzkräften und der Einsatzzentrale konnte teilweise nur mühsam hergestellt werden. Die Fahrzeugfunkgeräte konnten während der Arbeitsphase kaum besetzt werden, da alle Hände benötigt wurden. Für die Kontaktaufnahme via Handfunk hat es sich als sinnvoll und effizient erwiesen, wenn die Handfunkgeräte vom jeweiligen Gruppenkommandanten getragen werden, da dieser auch am besten über die jeweilige Einsatzsituation vor Ort informiert war. Im Rahmen unserer Funkschulungen werden wir in den nächsten Monaten auf dieses Thema eingehen.

Die persönliche Schutzausrüstung spielte bei diesem Einsatz ebenfalls eine große Rolle. All jene, die bereits die neue blaue Önorm-Jacke hatten, konnten sich glücklich schätzen, sie hat sich besonders bewährt. Leider gibt es noch viel zu wenige davon hei den einzelnen Feuerwehren und hier ist ebenfalls großer Nachholbedarf. Dass viele der Feuerwehren der Katastralgemeinden einen guten Mannschaftsstand haben, hat sich ebenfalls gut bewährt: Sie waren dadurch in der Lage, immer wieder die Leute auszuwechseln. Die Motivation der einzelnen Feuerwehrmitglieder war durchwegs hervorragend, egal ob alt oder jung. Da in der Bezirksalarmzentrale ständig ein eigener Versorgungsoffizier eingeteilt war, konnten wir auch die Versorgung mit Getränken und Essen verhältnismäßig gut abwickeln. Außerdem hat erfreulicher weise auch die Bevölkerung immer nieder Versorgungsgaben wie Aufstriche, Kuchen, Obst usw. gebracht, die dann unmittelbar an die Einsatzkräfte verteilt wurden. Bei den Fahrzeugen mussten wir feststellen, dass jene Feuerwehren, die über zwei oder drei Fahrzeuge verfügen, sich wesentlich leichter taten, wenn es galt, mehrere Stellen zugleich zu betreuen.

Während der Nachtstunden galt es das Problem der Beleuchtung zu bewältigen: Handscheinwerfer und Taschenlampen erwiesen sich von ihrer Leistung her als problematisch. Jene Feuerwehren, die über einen Stromerzeuger und Flutlichtscheinwerfer verfügen, konnten ihre Einsatzstellen zum Teil recht gut ausleuchten. Bei den normalen Werkzeugen mussten wir feststellen, dass es fallweise auch an einfachen Dingen wie Schaufeln, Krampen oder Besen mangelte. In solchen Fällen galt es zu improvisieren und dies hat im wesentlichen auch sehr gut geklappt. Wir werden in Gesprächen mit den Kommandos versuchen, alle diese Dinge zu verbessern.

Die Koordination der Bezirksalarmzentrale (BAZ) bezog sich ja auf den Gesamtbezirk und nicht nur auf das Stadt- und Gemeindegebiet. Meine Entscheidung, den Einsatzstab des Bundesheeres in die BAZ einzubinden, war richtig. Denn nur so konnten wir alle Einsatzaufnahmezettel auch schnellstens umsetzen. Die Bundesheeroffiziere hatten ja keine Ortskenntnisse und kannten vor Ort auch keine Ansprechpartner. Die BAZ-Mitarbeiter dagegen waren mit den Verhältnissen vor Ort bestens vertraut und waren dadurch in der Lage, alle Einsätze rasch und gezielt zu koordinieren.

Bei der Durchführung der Hilfsmaßnahmen arbeiteten die Feuerwehren eng mit den Einsatzkrätten des Bundesheeres zusammen. Dort wo aufgrund der äußeren Umstände nicht unmittelbar mit Hilfsmaßnahmen begonnen werden konnte, kam zumindest ein Inspektionsoffizier entweder der Feuerwehr oder des Bundesheeres vorbei und redete mit den betroffenen Menschen, so dass diese wussten, dass ihnen Hilfe zuteil wird. Das war mir als Einsatzleiter während der zwölf Tage ein besonderes Anliegen.

Bezirksfeuerwehrkommandant
OBR Ing. Gerwalt Brandstötter

Diese Seite wurde zum letzten mal bearbeitet am: Montag, 29. Dezember 2003
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